
Der Name Gras klingt etwas unscheinbar. Eingebettet in eine etwas abgelegene Gegend, übersieht man leicht die Sehenswürdigkeiten, die es zu bieten hat. Dabei ist die gesamte Region sehr interessant. Ein Besuch in Gras sollte nicht isoliert erfolgen. Am besten verbindet man ihn mit einem Ausflug in die nahegelegenen Dörfer Gras, Larnas und Saint-Montan, die alle von Saint-Remèze aus gut erreichbar sind. Mit seinen Lavendelfeldern und alten Steinhäusern bietet Gras eine wahrhaft idyllische Kulisse.
Ein Besuch in Gras in der Ardèche lohnt sich, wenn Sie einen authentischen Ort abseits der Touristenmassen suchen, wo Geschichte, architektonisches Erbe und unberührte Natur in einer friedlichen, ländlichen Umgebung harmonisch zusammenwirken. Das kleine Dorf hat 600 Einwohner und erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet. Es ist daher dünn besiedelt, und die Häuser liegen weit verstreut. Kurz gesagt: sehr ruhig, sehr friedlich.
Das Dorf Gras selbst bezaubert mit seinem gut erhaltenen mittelalterlichen Charakter, bemerkenswerten Sakralbauten und der duftenden Garrigue. Gras ist kein spektakuläres Reiseziel mit großen Sehenswürdigkeiten, sondern ein verstecktes Juwel für alle, die Geschichte, gemütliche Wanderungen und ein beschauliches Dorfleben schätzen.

Gras präsentiert sich als altes befestigtes Dorf, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Schon bei der Ankunft beeindruckt die architektonische Einheitlichkeit. Häuser aus lokalem Stein, oft uralt, säumen enge, verwinkelte, teils gewölbte Gassen und vermitteln das Gefühl, in die Vergangenheit zurückversetzt zu werden. Die Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer und eines befestigten Tors erinnern noch heute daran, dass Gras einst eine Verteidigungsanlage war.
Das Dorf ist kompakt und lässt sich bequem zu Fuß in kurzer Zeit erkunden. Doch jede Ecke birgt charmante Details: hier eine restaurierte Fassade mit traditionellem Kalkputz, dort ein kleiner, schattiger Platz. Lokale Initiativen, wie die des Vereins Chantiers de l’Argadem, tragen zur Restaurierung der engen Gassen mit natürlichen Materialien bei und bewahren so die Authentizität der Gebäude.
Im Herzen des Dorfes steht die Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption, die im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde. Die Jahreszahl 1652 ist in das Tympanon des Portals eingraviert. Sie ersetzte vermutlich ein älteres, möglicherweise romanisches Gebäude, das in die Überreste der mittelalterlichen Burg integriert war. Die Kirche schmiegt sich an die alten Wehrmauern an und verdeutlicht damit die damalige Verbindung von Verteidigung und Gottesdienst.

Im Inneren bildet die Schlichtheit des Kirchenschiffs einen Kontrast zu einer bedeutenden Sammlung von Wandmalereien, die wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert stammen und die Wände bedecken und farbliche Akzente setzen. Diese gut erhaltenen Fresken verdienen aufgrund ihrer religiösen Motive und ihres volkstümlichen Stils besondere Beachtung. Die Kirche ist im Denkmalverzeichnis eingetragen und in der Regel für Besucher geöffnet.
Etwa zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt, in Richtung Garrigue, liegt die romanische Kapelle Saint-Blaise aus dem 12. Jahrhundert. Dank des Engagements lokaler Vereine wie der „Kinder und Freunde von Gras“ und des Denkmalschutzvereins wurde sie perfekt restauriert. Umgeben von einem kleinen Friedhof bietet sie einen freien Blick auf die Lavendelfelder und Weinberge.

Diese Kapelle ist ein kleines Meisterwerk romanischer Schlichtheit : ein einschiffiges Gebäude mit Tonnengewölbe, ohne Trennwände zwischen den kahlen Wänden und mit einer bemerkenswerten Harmonie von Linien und Proportionen. Der Innenraum ist schmucklos, fast streng, doch gerade diese architektonische Reinheit macht ihn zu einem ergreifenden Ort. Innerhalb der Gemeinde, im Weiler Saint-Vincent, befindet sich ein weiteres schlichtes und schönes Juwel : eine überwiegend romanische Kirche.
Das Plateau um Gras ist bekannt für seinen Lavendelanbau. Die blauvioletten Felder erfüllen im Sommer die Luft mit ihrem Duft und bieten ein atemberaubendes Naturschauspiel. Die umliegende Garrigue ist übersät mit traditionellen Hirtenbauten: Capitellen (kleine Trockenmauerhütten), Stützmauern, Clampas und Faïsses (bewirtschaftete Terrassen). Diese Zeugnisse einer einstigen agrarisch-pastoralen Lebensweise laden zu beschaulichen Spaziergängen zwischen Steineichen, Wacholder, Buchsbaum und Ginster ein.
Kurz gesagt, Gras besticht durch seine bewahrte Authentizität : ein beschauliches mittelalterliches Dorf, geschichtsträchtige romanische und barocke Gebäude, ein Kalksteinplateau, ideal zum Wandern und Erkunden der duftenden Garrigue, und engagierte lokale Erzeuger. Gras ist kein Ort für einen kurzen Besuch, sondern für ein genussvolles Eintauchen in die Kultur – ideal auf einer Route, die auch Larnas einschließt, dessen Atmosphäre durchaus ähnlich ist.


VINCENT TCHORSKI - ISTORIJA I NASLEDIE TCHORSKI - OGRN 1034205029395
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